Kernspintomographie

Die Möglichkeit unter Ausnutzung der Wechselwirkung zwischen Magnetfeldern und Stromimpulsen auf Atom- bzw. Molekularebene computerunterstützt Schnittbilder des menschlichen Körpers unter Differenzierung der unterschiedlichen Gewebestrukturen anzufertigen. Hieraus resultiert das momentan modernste und komplexeste Verfahren in der bildgebenden Diagnostik von einer Vielzahl von Erkrankungen. Die Entwicklung dieser Methode machte rasante Fortschritte, sie beschränkte sich zunächst auf die Darstellung des Gehirns und Rückenmarks, dann auf das muskuloskelettäre System und mittlerweile gibt es kaum noch anatomische Bereiche, die nicht untersucht werden können. Das Ganze ohne schädliche Strahlenbelastung, nur wenig Kontraindikationen sind gegeben wie Herzschrittmacher oder ferromagnetische Körperimplantate.

Es gibt die geschlossene ("Röhre") und offene Untersuchungsgeräte, der Trend wendet sich hin zu den komfortableren und patientenfreundlicheren offenen Kernspintomographen.

Wermutstropfen:

Kostenübernahme am offenen System derzeit noch nur für Privatversicherte, nur in Einzelfällen bei nachgewiesener Platzangst (Klaustrophobie) auf Anfrage auch von den gesetzlichen Kassen.

Kernspin/Mammographie

MMR (Mamma- Magnet- Resonanztomographie) Kernspintomographie der Mamma


In den letzten Jahren hat sich die Mammographie der weiblichen Brust mittels Kernspintomographie (MMR)
in ihrer Wertigkeit zunehmend etabliert und ist auf dem Weg die herkömmliche Röntgenmammographie abzulösen. Aus Kostengründen wird diese Entwicklung seitens der Kassen und der Gesundheitspolitik allerdings noch nicht gerne gesehen und Röntgenvorsorge trotz ihrer hohen und krebserregenden Strahlenbelastung gerade für junges gesundes Brustdrüsengewebe weiterhin als Methode der Wahl propagiert. Die Überlegenheit der MMR gegenüber der herkömmlichen Röntgen- und adjuvanten Ultraschalldiagnostik ist jedoch unübersehbar und wird im Folgenden kurz etwas näher präzisiert.

Die Röntgendiagnostik erkennt nur Dichteunterschiede in der Brust bedingt durch die höhere Absorption von Röntgenstrahlen in dichterem Gewebe und dadurch geringerer Schwärzung des Röntgenfilms hinter diesem Bereich. So sind insbesondere Verkalkungen und Tumore mit dichteren Strukturen als das normale Drüsengewebe abgrenzbar. In dem sehr röntgen- transparentem Fettgewebe, das bei älteren Frauen das schon weitgehend zurückgebildete dichte Drüsengewebe junger Frauen ersetzt, kommt dem eine gewisse Wertigkeit zu. Bei jungen Frauen mit noch dichtem Drüsengewebe, welches sich diesbezüglich nicht oder kaum von Tumorgewebe unterscheidet, kann die Herderkennung selbst für den geübten Profi insbesondere bei einer Tumorgröße unter 1 cm und ohne einer zusätzlichen Mikrokalkkomponente, wie sie bei einigen Tumorarten vorkommt, problematisch sein. Gerade bei jungen hormonaktiven Frauen ist jedoch das Entdecken schon kleinerer Tumore rechtzeitig von höchster Bedeutung, da die 20 Jahresüberlebensrate bei einer Tumorgröße unter 1 cm noch bei über 95% liegt und die Überlebensaussicht umso geringer ist, je fortgeschrittener das Tumorstadium schon ist.


Die kontrastmittelgestützte Kernspinuntersuchung der Mamma (MMR) läßt zusätzlich zu morphologischen Kriterien der Befunde (Form, Strukturen, Berandung, etc.) computerunterstützt auch die Kinetik des verabreichten Kontrastmittels in den unterschiedlichen Gewebearten beurteilen (Verteilung, Schnelligkeit der Anreicherung und der folgenden Ausschwemmung in den verdächtigen Bereichen). So gelingt es unabhängig vom Alter der Patientin bereits Veränderungen ab einer Größe von 3 mm zu identifizieren, einer näheren Begutachtung anhand der genannten mannigfaltigen zusätzlichen Kriterien zuzuführen, sie einzuordnen in die Rubriken gutartig, wahrscheinlich gutartig, wahrscheinlich bösartig oder bösartig und davon das weitere Vorgehen (z.B. eine eventuelle Gewebeprobe oder Operation) abhängig zu machen. Auch die postoperative Verlaufskontrolle im Falle eines bösartigen Ergebnisses mittels Kernspin vermittelt wertvolle Erkenntnisse.


Zusammenfassend ergibt sich bei unvoreingenommener und realistischer Einschätzung folgender Stellenwert der MMR:

Da in der Regel Brustkrebs langsam wächst und Jahre bis Jahrzehnte braucht um die oben erwähnte Größe von 1 cm zu erreichen, ist es ersichtlich, wie wertvoll es ist diese Tumoren schon sehr früh zu entdecken und nicht nur bei erblich vorbelasteten Risikopatienten. Dies ist möglich durch Vorsorgeuntersuchungen (Screening) mittels MMR gerade schon bei jungen Frauen, bei denen die Röntgenmammographie häufig zu einem falsch negativen Ergebnis führt, d.h. ein bereits vorhandener Tumor noch nicht gesehen werden konnte. Zynisch ist es zu argumentieren "was sie nicht weiß macht sie nicht heiß" wie es selbst in diversen Fachberichten geschieht, nur um im Falle eines positiven Ergebnisses Folgekosten zu vermeiden und wenn ein Krebs nicht entdeckt ist, die Patientin beruhigt nach Hause gehen zu lassen.

Sportmedizinische Diagnostik mittels bildgebender Verfahren der Kernspintomographie

Was können wir feststellen?

• Muskelverletzungen (z.B. Faserriß)

• Sehnenverletzungen (alte/frische)

• Gelenkkapselverletzungen

• Gelenkbänderverletzungen

• Schleimbeutelentzündungen

• Knochenverletzungen (die man röntgenologisch nicht erkennt)

• Knochenhautentzündungen

• Knorpelschädigungen (kann man röntgenologisch nicht erkennen)

• Meniskusschäden (röntgenologisch nicht zu sehen)

• Bandscheibenschäden

• Einblutungen (Arthrosen)

• Gelenkentzündungen (Arthritis)


Wann ist es angebracht, solche Untersuchungen durchzuführen?


Wenn man selbst den Verdacht auf eine dieser Schädigungen hat infolge Unfall, Verletzung oder Schmerzen.

Wenn ein Arzt, z.B. Orthopäde, Chirurg etc. diesen Verdacht hat


Im ersten Fall überprüften wir, ob eine Untersuchung sinnvoll ist
(wir empfehlen anschliesend einen Arzt zur Weiterbehandlung).


Im zweiten Fall kann der vorher aufgesuchte Arzt die entsprechende Untersuchung anordnen.


Sofern diese Untersuchungen ärztlich als sinnvoll erachtet werden,
können sie über die Krankenkasse abgerechnet werden.


Die Kernspintomographie ist in der Hand des Radiologen und Sportmediziners das modernste und effektivste Verfahren, um die genannten Schädigungen ohne schädliche Strahlenbelastung oder riskante Eingriffe diagnostizieren und beurteilen zu können.